"Wie schön ist es, dass man nicht
eine Sekunde warten muss,
um damit zu beginnen,
die Welt zu verbessern."
Lerne unsere Schule kennen
afr Slider

Erinnerung verbindet – gemeinsamer Weg nach Westerbork

Im Rahmen unseres deutsch-niederländischen Austauschs besuchte der 9er-Niederländischkurs mit unseren niederländischen Partnerinnen und Partnern des Assink Lyceums aus Haaksbergen das ehemalige Durchgangslager Westerbork. Ziel der Exkursion war es, sich intensiv mit der Geschichte des Ortes auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu halten.

Zu Beginn erhielten die Lernenden eine Einführung in die Geschichte des Lagers. Dabei wurde auch ein persönlicher Bezug hergestellt: Im Mittelpunkt stand die Familie Frankenhuis aus Haaksbergen, deren Geschichte exemplarisch zeigt, wie die Verfolgung und Deportation jüdischer Menschen aus der Region konkret das Leben einzelner Familien zerstörte.

Anschließend sahen die Schülerinnen und Schüler einen Film über das Leben im Lager Westerbork. Dieser verdeutlichte die besondere Rolle des Lagers als scheinbare „normale“ Welt, in der Schule, Kultur und Alltag zunächst weitergeführt wurden, während gleichzeitig die Deportationen in die Vernichtungslager im Osten vorbereitet wurden. Die Verbindung zwischen dem scheinbaren Alltag und der grausamen Realität wurde für viele Lernende eindrucksvoll erfahrbar.

Danach arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in gemischten deutsch-niederländischen Gruppen mit einem Aufgabenheft. Mithilfe verschiedener Fragestellungen erkundeten sie die Ausstellung und beschäftigten sich mit dem täglichen Leben der Menschen im Lager. Die Ausstellung zeigt unter anderem persönliche Gegenstände, Fotos, Dokumente und Geschichten von Lagerinsassen. Dadurch wurden nicht nur historische Fakten vermittelt, sondern auch individuelle Lebenswege und Schicksale sichtbar gemacht.

Zum Abschluss führte der Weg über das ehemalige Lagergelände. Bei einer Führung erhielten die Lernenden weitere Erläuterungen zu zentralen Orten der Gedenkstätte: am historischen Waggon, der an die Deportationen erinnert, an der Baracke 56, am Nationaal Monument sowie am Denkmal der 102.000 Steine, das für die Zahl der aus den Niederlanden deportierten und ermordeten jüdischen und verfolgten Menschen steht. Die Eindrücke dieser Exkursion wirkten bei den Schülerinnen und Schülern nachhaltig nach. Die gemeinsame Arbeit in den gemischten Gruppen trug außerdem dazu bei, erste Hemmungen im Umgang miteinander abzubauen. Besonders beim Formulieren niederländischer Sätze wurde im Laufe des Tages immer mehr Sicherheit gewonnen.

Die Fahrt nach Westerbork war zugleich eine wichtige Vorbereitung auf die geplante Teilnahme am 4.-Mai-Gedenken im kommenden Jahr. Durch die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Vergangenheit konnten die Lernenden nicht nur historisches Wissen vertiefen, sondern auch die Bedeutung von Erinnerungskultur und europäischem Austausch erfahren.