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Kinderwelten – Medienwelten
Informationsveranstaltung für Eltern zu Fragen rund um die Internetnutzung
Die Anne-Frank-Realschule nutzte im Dezember ein besonderes Angebot der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen: Referent Johannes Wentzel vom Projektbüro des Adolf-Grimme-Instituts in Marl diskutierte mit interessierten Eltern der Jahrgangsstufe 7 das Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen.
Für Kinder ist der Umgang mit Medien eine Selbstverständlichkeit, dennoch haben viele Erwachsene kaum eine Vorstellung von der Medienwelt der Kinder. Computer und Internet gehören heute selbstverständlich zum Alltag der Sechs- bis Dreizehnjährigen: Bei 89 % von ihnen steht zu Hause mindestens ein Computer zur Verfügung, über einen Internetzugang verfügen inzwischen 81 % der Haushalte. Offensichtlich wurde aber auch, dass aktuell durchaus 49 % der Kinder zumindest einmal pro Woche in einem Buch lesen; Mädchen verbringen allerdings deutlich häufiger als Jungen ihre Freizeit mit Büchern als Jungen: Jedes vierte Mädchen liest sehr gern, das kann nur jeder zehnte Junge von sich behaupten.
Zu den häufigsten Tätigkeiten von Kindern am Computer zählt das Spielen, besonders bei Jungen. 19 % der Jungen und 35 % der Mädchen nutzen den Computer allerdings überhaupt nicht zum Spielen. Oft werden Lernprogramme verwendet; Mädchen gebrauchen den Computer zum Lernen häufiger als Jungen.
46 % der Acht- bis Zehnjährigen nutzen das Internet meist zur Suche nach Informationen, bei den ab Zehnjährigen fast acht von zehn, während Jugendliche das Internet in erster Linie zumeist als ein Kommunikationsforum (E-Mail-Austausch, chatten) verwenden.
Besonders deutlich wurde auch an diesem Abend, dass Eltern sich heute einerseits zu Recht sehr darum bemühen, ihren Kindern durch die Computer- und Internetnutzung Zugang zu Bildungsinhalten zu verschaffen. Auf der anderen Seite befürchten sie aber erhebliche negative Konsequenzen durch übermäßigen Medienkonsum, jugendgefährdende Inhalte, Abzocke-Angebote, Mobbingverhalten auf bekannten Internet-Plattformen und in vermeintlich nichtöffentlichen Chaträumen und dergleichen.
Sehr unwohl und ratlos fühlen sich viele Eltern, wenn es darum geht, die Computer- und Internetgewohnheiten der Sprösslinge zu durchschauen.
Wentzel betonte, dass sinnvolle Mediennutzung mit Medienerziehung einhergehen müsse. Die könne nicht allein die Schule leisten, sondern ein wichtiger Ort dazu sei auch das Elternhaus. Wer Medienkompetenz vermitteln wolle, müsse sich die Zeit nehmen, mit seinem Kind die Medienwelt - insbesondere Computer und Internet - zu entdecken und Medienerlebnisse gemeinsam zu verarbeiten. Hier wie auch sonst im Alltag müssten Wertfragen diskutiert und Werte vermittelt werden.
Nur so könnten Kinder lernen, dass es im Internet und am Computer wie in fast jeder Stadt Bereiche gebe, die man zum eigenen Vorteil besser nicht aufsuche. Es sei zu hinterfragen, welche Inhalte von Computerspielen oder Internetseiten in einem bestimmten Alter - oder überhaupt - gut täten und dazu beitrügen, Kinder stark zu machen. Ganz wichtig: Nicht alle Kinder sind im selben Alter in gleicher Weise in der Lage Medienerlebnisse zu verarbeiten.
Medienerziehung erfordere aber durchaus, im Umgang mit Medien deutliche Grenzen zu setzen, um Kinder vor Gefahren zu schützen. Klare Standpunkte zu vertreten sei meist besser und leichter möglich, wenn man sich mit anderen Eltern oder auch pädagogischen Fachkräften austausche, über das nötige Wissen und überzeugende Argumente verfüge. Während der Informationsveranstaltung stellte der Referent allgemeine Materialien zum Erwerb von Medienkompetenz und interessante Einstiegsseiten für Eltern, Lehrer und Kinder im Internet vor, z. B. http://www.internet-abc.de/. Hinweise auf solche Infoseiten sind auch auf der Homepage der Anne-Frank-Realschule Realschule zu finden. Johannes Wentzel schloss mit der Feststellung: Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren können zweifellos auf einen eigenen Bildschirm im Kinderzimmer vollkommen verzichten!
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