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AFR‑Schülerinnen lasen in der Villa ten Hompel
Am 66. Jahrestag der Deportation der Münsterländer Juden lasen die Schülerinnen Alisa Früchting, Laura Helmich, Lea Münstermann und Eva Schaten aus der Klasse 10e in der Villa ten Hompel in Münster aus ihren "Briefen an Thea" vor.
Die fiktiven "Briefe an Thea" sind eine Dokumentation, die an die jüdischen Familien Schlösser aus Ahaus erinnert, von denen nur Thea Schlösser überlebt hat. Am 13.12. jeden Jahres werden in der Villa ten Hompel, früher Polizeizentrale im NS‑Staat, heute Dokumentationszentrum und Lernort, Gedenkblätter des Vereins "Spuren finden" vorgetragen und in einem Gedenkbuch der Münsterländer Juden eingetragen. Die vier Schülerinnen unserer Schule lasen Briefe vor, die über Thea Schlösser, ihre Eltern und Brüder informierten, die Deportation aus Ahaus schilderten und in denen sie sich vorstellten: Was wäre, wenn Alfred und Friedel (Theas Brüder, die in Auschwitz ermordet wurden) überlebt hätten? Als zum Schluss des Vortrags ihr Lehrer erzählte, dass sie erst nach Abschluss und Druck der fiktiven "Briefe an Thea" im Sommer 2007 schließlich die reale Thea Schlösser per Internet gefunden hätten ‑ sie lebt als 83‑Jährige in einem Altenheim in Stockton/USA ‑ und den bisherigen Briefwechsel mit ihr vortrug, war das Publikum mucksmäuschenstill. Es dankte den vortragenden Schülerinnen und ihrem Lehrer mit langem Beifall und riesigem Interesse in den Gesprächen nach der Veranstaltung. Peter Schilling, der Organisator der Veranstaltung und Leiter des Vereins "Spuren finden", erklärte nach der Lesung: "Die oft so trockenen Geschichtswissenschaftler sollten diese 'Briefe an Thea' mal lesen und nicht von vornherein als unwissenschaftlich abtun. Sie könnten von dieser kreativen Herangehensweise an Erinnerung noch viel lernen."
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