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10.02.2012
Ein bisschen Frieden
Schüler aus Ahaus und Haaksbergen knüpfen Kette aus Tauben über Grenze hinweg
Alstätte · Eng nebeneinander marschieren junge Realschülerinnen und –schüler in Richtung Grenze. Jedes Kind hält das Bild einer weißen Taube in den Händen. Eine dünne Schnur verbindet Taube mit Taube, Kind mit Kind: eine ganz besondere Friedenskette. Denn auf der anderen Seite der Grenze nähern sich bereits niederländische Kinder mit ihren Papiertauben.
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5a, 6c und 7f der Anne-Frank-Realschule in Ahaus sind Teilnehmer des Projektes „Pablo Picasso im Spannungsfeld von Guernica und der Friedenstaube“. Die Kinderbuchautorin Erika Reichert hat es ins Leben gerufen. Sie verfolgt damit ein ganz besonderes Ziel: Reichert möchte verdeutlichen, wie wichtig Frieden ist und das der Krieg keine Chance haben darf, wie es die Kinder selbst formulieren.
Als Zeichen dafür gestalteten die Kinder der Anne-Frank-Realschule und der Klasse 6 des Gymnasiums Maria-Veen sogenannte Friedensketten und fuhren damit am Freitag zur deutsch-holländischen Grenze in der Nähe der Haarmühle in Alstätte. Gleichzeitig hatten sich auch Mädchen und Jungen der Basisschool "Honesch" und von "Het Assink" aus Haaksbergen auf den Weg gemacht – mit den Friedenstauben, die sie gestaltet haben.
„Wir wollen symbolisch die Leinen zusammenknoten, um für die Idee zu werben, über die Grenzen hinweg ein friedliches Miteinander zu pflegen“ so Erika Reichert.
Gegen 14 Uhr ist es soweit: An einer kleinen Abzweigung hinter dem Gasthof Haarmühle treffen beide Schulen aufeinander – und der sogenannte „Friedenstaubenschlag“ kann stattfinden: Die Schüler verbinden dabei beide Friedensketten miteinander.
Ihren Stolz auf die Realisierung des Projektes drücken die Lehrer, Schüler und auch Initiatorin Reichert mit Applaus aus. Anschließend wird ein großer Kreis im Sinne der Gemeinschaft gebildet. Zwei Schüler tragen ein Friedensgedicht von Martin Luther King vor. Erneuter ertönt herzlicher Beifall von Klein und Groß.
Die Kinderbuchautorin ist sichtlich gerührt: “Ich träume seit vielen Jahren davon, dass wir friedlich miteinander leben können.“ Die symbolische Vereinigung zweier Länder beweise, dass der Glaube an Friede „in jedem von uns steckt“, wie sie ergänzt. Jedoch müsse der Einzelne erst bereit sein, Grenzen zu überschreiten und auf den anderen zuzugehen, damit dies auch umgesetzt werden könne – wie es die
Kinder an der Haarmühle vorgemacht haben.
(Münsterland Zeitung)
