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„Aktionstag 9. November“
"Den Opfern ein Gesicht gegeben Anne-Frank-Realschule erinnerte an die Pogromnacht von 1938 in Ahaus"
So überschrieb die "Münsterland-Zeitung" am 10. November 2001 ihren Bericht über eine Ausstellung, die von den Schülerinnen und Schülern zusammen mit ihren Lehrern im Unterricht in verschiedenen Klassen der Jahrgangsstufen 8-10 erarbeitet worden war und am 9. November im Zeichen des Mahners vor der Ahauser Marienkirche der ganzen Bevölkerung vorgestellt wurde. |
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Die gesamte Ausstellung sollte in Texten, Bildern und Zeichen an den Judenpogrom vom November 1938 erinnern. Die Schule wollte zeigen, dass über die Ereignisse von damals kein Gras wachsen darf und dass man nicht den Mantel des Schweigen darum hängen kann. |
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| Die Erinnerung an Ausgrenzung, Hass und Gewalt in den Köpfen, an Unmenschlichkeit in Worten und Taten sollte Anstoß sein, vor Gewalt und Radikalismus zu warnen und zu Toleranz und gegenseitigem Respekt aufzurufen. Die Realschüler, denen der Name ihrer Schule Aufgabe bedeutet, hatten alle herzlich dazu eingeladen, mit ihrer Teilnahme an dieser Veranstaltung ein Zeichen zu setzen für ein menschliches Miteinander. |
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| Erinnerungskerzen mit Namenskärtchen und Stacheldrahtstückchen, die an die Besucher verteilt wurden, sowie Steine des Anstoßes am Eingang zur Ausstellung wollten das Vergessen erschweren, aber mit Anne Frank an "das innere Gute im Menschen" appellieren und Hoffnung auf eine mitmenschliche Zukunft wecken. |
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| Transparente in der Fußgängerzone riefen eindringlich zu Toleranz, Mitmenschlichkeit und Frieden auf.
Im Mittelpunkt der Ausstellung aber standen die Gesichter der Opfer des Pogroms von 1938, deren Fotos erst ein paar Wochen zuvor bei Forschungsarbeiten über die Zwangsarbeiter im Stadtarchiv entdeckt worden waren. Aber auch der Opfer des Neonazismus wurde an einer Bauzaun-Stellwand gedacht. |
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| Eindrucksvoll war auch der Augenzeugenbericht Erich Gottschalks, eines beim Pogrom selbst betroffenen Ahauser Juden, der in halbstündigem Abstand von Schülern vorgetragen wurde. |
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| Die Veranstaltung endete mit einem Schweigemarsch zum Sümmermann-Platz am Ahauser Schloss, wo Schülerinnen und Schüler die Namen der Männer, Frauen, Kinder und Greise aus Ahaus verlasen, die in Konzentrationslagern oder bei Deportationen umgekommen sind.
Bürgermeister Dr. Korte und Schulleiter Wolf legten gemeinsam einen Kranz nieder.
Einzelne Teilnehmer stellten brennende Erinnerungskerzen am Mahnmal auf. | |
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