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So macht Lesen richtig Spaß - Autorenlesung an der Anne-Frank-Realschule: Jutta Richter las aus „Hechtsommer"
„Wie schaffe ich es, meine Schüler für eine Lektüre im Unterricht zu begeistern?" Diese Frage stellte sich die Lehramtsanwärterin Wiebke Vieljans, bevor sie mit der Klasse 6b vor gut drei Wochen begann, im Deutschunterricht das Jugendbuch „Hechtsommer" der bekannten Schriftstellerin Jutta Richter zu behandeln. Die Antwort lag auf der Hand: Niemand kann die Schüler so für ein Buch begeistern wie die Autorin selbst. So entstand die Idee, gemeinsam mit den Sechstklässlern eine Lesung mit Jutta Richter zu organisieren und vorzubereiten.
Auf das Treffen freuten sich die Schüler sehr. So erfuhren sie bereits im Unterricht nicht nur etwas über den Inhalt des Jugendbuches, das von der Geschichte eines Sommers handelt, der Freundschaft zwischen Daniel, Lukas und Anna, aber auch der Geschichte einer Krebserkrankung, an der Daniels und Lukas' Mutter schließlich sterben wird. Die Schüler fertigten ein Lesetagebuch an, bastelten Lesezeichen und erarbeiteten Collagen zu den Hauptpersonen des Buches. Parallel dazu beschäftigten sie sich aber auch mit der Entstehung von Büchern und mit der Person, die hinter der Geschichte des „Hechtsommers" steckt: mit Jutta Richter, ihrem Leben, ihren Werken und Auszeichnungen.
Am 2. April 2009 war es soweit: Die Autorin fand den Weg aus Ascheberg an die AFR in Ahaus, um aus „Hechtsommer" vorzulesen. Dazu hatte die Klasse 6b noch die Parallelklassen 6c, 6e und 6f mit ihren Lehrern eingeladen. Klar, dass Jutta Richter außerdem Fragen beantwortete und Autogramme gab. „Wie entsteht ein Buch?", „Wie kommen sie auf die Geschichte?", „Wie lebt ein Schriftsteller?", „Sind Sie reich?", „Sind Sie berühmt?"... Eine Menge wollten die 11- und 12-Jährigen wissen und zeigten so großes Interesse. Und Jutta Richter erzählte, dass sie damals in Deutsch eine 4 hatte, ihr liebstes Schulfach Musik war und sie ihr erstes Manuskript während eines Schulaufenthalts in den USA schrieb, weil ihr die deutsche Sprache so fehlte. So kam die 54-Jährige zum Schreiben und hat bisher für ihre Werke zahlreiche Preise und Auszeichnungen gewonnen, unter anderem 2005 den Katholischen Kinder- und Jugendpreis für „Hechtsommer".
Nachbereitet wird die Lesung durch Unterrichtsgespräche, das Schreiben von Briefen an Jutta Richter, sowie den gemeinsamen Besuch der Stadtbücherei in Ahaus. Die Autorenlesung verfolgt damit das Ziel, den Schülern im Zeitalter von Fernsehen, Internet und Computerspielen die Welt der Bücher wieder näher zu bringen. Sie soll zeigen, wie spannend, unterhaltsam oder auch informativ die sein können. Vielleicht wird so das Interesse bei einigen Schülern geweckt, wieder häufiger zu lesen. Eins ist sicher: Die Begegnung mit Jutta Richter und die vorgetragenen Auszüge aus „Hechtsommer" werden den Schülern bestimmt lange im Gedächtnis bleiben!

