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Beachtliches Schülerengagement - weitere Stolpersteine erinnern

An acht Stellen in Ahaus erinnern insgesamt 37 Stolpersteine an eines der wohl dunkelsten Kapi­tel deutscher Geschichte: an die Deportation und Er­mordung jüdischer Mitbür­ger. 14 bis 15 weitere Ge­denksteine mit den wich­tigsten Daten der ehemali­gen Ahauser Juden werden am Dienstag, 28. April, ab 14 Uhr an vier Standorten in der Wallstraße und der Wüllener Straße verlegt.


Intensiv beschäftigt sich die Stolperstein-AG der Anne­-Frank-Realschule mit der Ge­schichte früherer Ahauser Ju­den. 23 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 engagieren sich größtenteils freiwillig und haben umfangreiche bebilderte Dokumentationen zu den jüdischen Familien Moses de Jong (ehemals Coesfelder Straße 2), Moritz Cohen (früher Hochstraße 2), Joseph Cohen (damals Wüllener Straße 8) und Moses Gumpert (früher Wüllener Straße 7) erstellt. Die Kos­ten für die rund 20.000 Ko­pien, die für eine Auflage von 60 Exemplaren jeder neuen Dokumentation nötig sind, werden von der Stadt Ahaus getragen.

„Wir wollen, dass die jü­dischen Mitbürger in unserer Erinnerung bleiben und nicht vergessen werden", erklären die mitwirkenden Schüler. Vor einigen Wochen geneh­migte die Stadt eine von den Schülern mittlerweile bereits durchgeführte Reinigungsaktion der Stolpersteine und des Mahnmals. Ein weiterer Antrag der Stolperstein-AG wurde von der Stadt genehmigt: Das Mahnmal für die ermordeten Juden am Sümmermannplatz erhält noch in diesem Jahr eine Beleuchtung.

Ein größeres Problem stellt die Finanzierung der Stolper­steine dar. Jeder Stein, der vom Künstler Gunter Demnig gefertigt wird, kostet 95 Euro. Bei 14 neuen Steinen macht dies 1300 bis 1400 Euro. Doch auch was das angeht, zeigen die Schüler beachtli­ches Engagement. So haben einige Klassen vor Weihnach­ten auf das Wichteln verzich­tet und bis zu drei Euro pro Schüler der Klasse gespendet. „Dennoch sind wir auf Spen­den von außen angewiesen", sagt Ingeborg Höting vom Ar­beitskreis „Ahauser Geschich­te 1933-1945“, die die Stolperstein-Aktivitäten der letzten Jahre koordiniert.

Aus diesem Grund können die Ahauser Bürger Paten­schaften übernehmen oder bei der VHS, dem Träger der Aktion, gegen eine Spenden­bescheinigung dem Projekt finanziell unter die Arme greifen:

 

IMKA Förderverein der VHS

Kt. Nr. 59 099 333 Sparkasse Westmünsterland BLZ 401 545 30

Kt. Nr. 2 900 60 1 Volksbank Gronau-Ahaus BLZ 401 640 24

 

Die Ahauser Bevölkerung wird zur Beteili­gung angeregt: Jeder, der Informationen, Fo­tos oder Ähnliches zum Thema besitzt, ist auf­gerufen, sich bei Ingeborg Höting unter Tel. (0 25 63) 2 02 09 zu melden. Jede Information werde dankend entgegengenommen und kön­ne dem Projekt weiter helfen, so Höting.

Demnächst soll die Arbeit der Öffentlichkeit in Form einer Ausstellung zugänglich gemacht werden. Für Herbst 2010 sei eine Ausstellung zum jüdischen Leben in Ahaus geplant, verriet Höting. Wann genau und wo diese Ausstel­lung besucht werden könne, stehe allerdings noch nicht fest.

(nach einem Artikel der Münsterland Zeitung vom 19.3.2009, leicht verändert)

 



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