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Afrika macht Schule - Michael Achteresch berichtet in der Anne-Frank-Realschule über Projekt in Mosambik

AHAUS • Eigentlich sollte der Student Michael Ach­teresch im Rahmen eines Ferienjobs nur ein paar In­fo-Stellwände auf dem Oldenkottplatz in Ahaus auf­bauen. Am Ende fand er sich in Afrika wieder: Drei Monate lang tauchte er in den Alltag eines Dorfes in Mosambik ein - als Prakti­kant in einer Schule in Metarica.


Rückblende: Vor gut einem Jahr hat die Anne-Frank-Realschule zusammen mit der Bernhard-Bosch-Stiftung ei­nen Spendenlauf für ein Schulprojekt in Mosambik organisiert. Michael Achteresch baute dafür einige In­formationstafeln auf. Er war begeistert von dem Projekt und kam mit Renate Bosch als Vertreterin der Bernhard-­Bosch-Stiftung ins Ge­spräch. Am Ende stand der spontane Entschluss des Lehramtsstudenten aus Epe fest: „Ich mache mein drei­monatiges Schulpraktikum in Mosambik".

Soeben ist er aus Afrika zurückgekehrt und lässt nun die Anne-Frank-Realschüler an seinen Erfahrungen teil­haben. In der vergangenen und in dieser Woche macht er in mehreren Vorträgen für die Schüler ein Stück Afrika lebendig: Lebensfreude, Lerneifer, Gastfreundschaft - aber auch Not und Armut. Und die Fortschritte, die dank der 36 000-Euro-Spen­de der Anne-Frank-Real­schüler mög­lich sind.

„Hier ist euer Geld hinge­flossen", sagt Michael Ach­teresch und zeigt auf ein Bild der Dorf­schule. Sechstklässlerin Lea Eller­kamp hat als eine von 1000 Schülerinnen und Schülern mit mehr als zehn gelaufenen und gesponserten Kilometern zur Hilfe bei­getragen: „Es ist gut zu se­hen, dass jetzt wirklich Häu­ser und Schulen gebaut wer­den", sagt sie. Ihre Klassen­kameradin Ines Göring emp­findet nach dem Vortrag besonders den Wasser­mangel als bedrückend: „Die können sich nur mit einer Suppen­kelle duschen. Jetzt werden aber neue Brunnen und ein Wasserturm gebaut." Während der Vorträge und selbst noch in den Pausen löchern die Realschüler Michael Achteresch mit Fragen.

 

 

Der angehende Lehrer freut sich über den Wissens­durst: „Der ist ja im deut­schen Schulunterricht - an­ders als ich das in Afrika er­lebt habe - nicht immer selbstverständlich." Die Schüler werden sich wohl auf weitere spannende Vor­träge freuen können, denn für Michael Achteresch steht fest: „Mich lässt das Projekt in Metarica nicht los. Ich werde wieder dorthin fahren - immer wieder." • gro / Münsterland Zeitung

 

AM RANDE NOTIERT

·         Elefanten gab es um Me­tarica jede Menge. Doch Mi­chael Achteresch hat keinen einzigen fotografiert: „Je­desmal, wenn wir sie sahen, mussten wir unsere Beine in die Hand nehmen und wegrennen. Die greifen Men­schen an. Es hat schon öfter Todesfälle gegeben."

·         Löwen und Krokodile gehören auch zum Alltag in Metarica. Aus diesem Grund radeln die Schüler auch im Dunkeln ohne Licht zur Schule: um nicht die Auf­merksamkeit wilder Tiere auf sich zu lenken.

·         Maden waren nicht wild, aber doch auch Angst einflö­ßend, als sie aus dem Ober­schenkel von Michael Ach­teresch schlüpften. „Es hat sich wohl um eine Art Sandfloh gehandelt."

·         Malaria war aber schlim­mer - besonders der erste Fieberschub, den Achteresch erlitt. „Ich konnte kei­ne richtigen Medikamente bekommen. So habe ich von Heilkundigen einen Hexen­trank erhalten, der neben vielen Kräutern auch Kokain enthalten haben soll. Ge­schmeckt hat er wie Altöl."

·         Zehn Liter Wasser müs­sen in Metarica pro Tag und pro Kopf reichen: fürs Wa­schen, Kochen und Trinken - und das bei mehr als 42 Grad Celsius sowie Monate ohne einen Tropfen Regen.

·         Mit feinem Sand verlän­gern die Menschen in Meta­rica ihr Mehl bis zu einem Drittel: Damit das Sättigkeitsge­fühl länger anhält. •

Drei Säulen für das Schulprojekt in Metarica

·         Das Schulprojekt in Metarica in Mo­sambik stützt sich auf drei unterstüt­zende Einrichtungen: Die Anne-Frank­-Realschule, die Bernhard-Bosch-Stif­tung und der Orden der heiligen Maria Magdalena Postel.

·         Drei Schwestern des Ordens der hei­ligen Maria Magdalena Postel leiten vor Ort in Metarica den Schulaufbau.

·         Über die Generalassistentin des Or­dens, Schwester Adelgundis, die viele Jahre Leiterin der Bischöflichen Canisi­usschule in Ahaus war, fand die Anne­-Frank-Realschule den Weg zum Pro­jekt und gewann dabei die Bernhard­-Bosch-Stiftung als Partner.

·         Die Bernhard-Bosch-Stiftung wurde 1998 in Gronau vom Eigentümer des Modefilialisten Engbers in Gronau ins Leben gerufen, um benachteiligten Kindern zu helfen. Neben Straßenkin­derprojekten in Rumänien unterstützt die Bernhard-Bosch-Stiftung jetzt auch das Schulprojekt in Metarica im Nor­den Mosambiks. • gro / Münsterland Zeitung

» www.engbers.deltenderoishopl engbers_363_stiftungen.html

Unterricht in Afrika : Michael Achteresch unterrichte­te Vorschulkinder in Metarica in portugiesischer Sprache. Seine Erfahrungen aus Mosambik stoßen jetzt bei den Anne-Frank-Realschülern auf großes Interesse.

MLZ-Fotos Achteresch / Grothues



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