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„…ich bin in Gedanken immer bei Euch…“ - Lebenszeichen einer deportierten Legdenerin
„…ich bin in Gedanken immer bei Euch…“, schrieb Rika Seligmann nach ihrer Deportation 1941 aus Legden nach Riga als letztes Lebenszeichen an die befreundete Familie Tombrink in Legden. Für sieben Legdener Schüler der Klasse 10d der Anne-Frank-Realschule in Ahaus und ihren Lehrer Hermann Löhring wurde der Satz 2006 zum Leitfaden der Spurensuche der ausgelöschten jüdischen Familien Seligmann und Rosenbaum aus Legden, fixiert in Briefform. Das Ergebnis ist das Buch „Briefe an Rika“, das im Haus Weßling in Legden in einem Festakt vom Heimatverein Legden vorgestellt wurde.
„…ich bin in Gedanken immer bei Euch…“, schrieb Rika Seligmann nach ihrer Deportation 1941 aus Legden nach Riga als letztes Lebenszeichen an die befreundete Familie Tombrink in Legden. Für sieben Legdener Schüler der Klasse 10d der Anne-Frank-Realschule in Ahaus und ihren Lehrer Hermann Löhring wurde der Satz 2006 zum Leitfaden der Spurensuche der ausgelöschten jüdischen Familien Seligmann und Rosenbaum aus Legden, fixiert in Briefform. Das Ergebnis ist das Buch „Briefe an Rika“, das im Haus Weßling in Legden in einem Festakt vom Heimatverein Legden vorgestellt wurde.
Das Gronauer Ensemble „Bublischki“ sorgte mit Klezmer-Musik für die musikalische Gestaltung.
Hermann Löhring bezeichnete das erste Buch über die Geschichte der Juden in Legden als „eine vorläufige Bestandsaufnahme“. Die Briefe setzen sich mit dem Schicksal der Familien Seligmann und Rosenbaum in Legden und der verwandten Familie Eichenwald in Horstmar auseinander, den Schikanen der Nazis, den Auswirkungen der sogenannten „Reichskristallnacht“, Helfern und Feinden der Juden bis hin zum Abtransport ins Ghetto nach Riga. 
Die grausamen Erlebnisse von Rika und ihrer Familie, die sie aus Parallelschicksalen übertrugen, belasteten die Arbeitsgruppe sehr. „Wenn unser Entsetzen und unsere Wut, aber auch unser Mitleid, ja überhaupt unsere Gefühle dabei immer wieder zur Sprache kommen, so mögen uns die Historiker diese scheinbar unsachgemäße Darstellung verzeihen“, bat Löhring.
Exkurse zur Hinrichtung von Zwangsarbeitern im Asbecker Brook nach einem Hinweis der Historikerin Ingeborg Höting sowie historische Brückenschläge zu den Anfängen des jüdischen Lebens in Legden erweitern den Blick auf dieses Kapitel der Legdener Geschichte. Kritisch ist der Blick auf die Täter aus Legden, deren Nachkommen keinerlei Schuld tragen, betonte Löhring.
Mit dem Buch ende das Gedenken an Rika und ihre Familie jedoch nicht, sondern könnte mit dem Gedenkgang am 10. November wach gehalten werden, regte er zum Schluss an. Der letzte „Brief an Rika“ befasst sich mit der Frage, was wäre, wenn Rikas Neffen Helmut und Erwin Eichenwald heute noch leben würden. Löhrings Schülerinnen Ann-Christin Büscher, Melanie Steireif und Rabea Dües lasen ihn vor.
Das Buch, der Heimatverein und die vielen Helfer
Mit einem Exemplar des Buches bedankte sich Alfred Janning, 1.Vorsitzender des Heimatvereins Legden, bei den Schülern, den Zeitzeugen, den vielen Helfern und Sponsoren, welche die Drucklegung in der Reihe der „Beiträge des Heimatvereins Legden e.V. zur Geschichte der Gemeinde Legden“ ermöglichten.
Franz Josef Terlinde, begleitete den Druck in seiner Borkener Firma. „Wer dieses Buch liest, ist für braunes Gedankengut verloren“, freute er sich öffentlich.
Die Zeitzeugin Klara Müller, geborene Buss, war extra aus Schöppingen angereist. Die 89-jährige wurde in der Poststrasse in Legden geboren. Ihre Tante hat bei Rikas Vater Moritz Seligmann Fleisch gekauft.
Das Buch kann zum Preis von 15 Euro bei Heinz Kroschner (02566/1818) oder bei Alfred Janning (02566/4848) erworben werden.
Fotos und Text (geringfügig verändert): Elvira Meisel-Kemper

